Theater 9 und 10

Nachts an der Haltestelle (Theaterkurs Klasse 10)

Fotos: Dorothee Welter-Hanau

gemobbt (Theaterkurs Klasse 9)

Fotos: Dorothee Welter-Hanau

Tolles Theater! Die 9. und die 10. Klasse führten auf.

 Voll wie lange nicht war es im Theatersaal am GHB, als am 27.5. um 19.30 Uhr die Doppelaufführung der 9. und 10. Klasse unter der Leitung von Frau Mauch begann. Die Zehner starteten und nahmen das Publikum „Nachts an (die) Haltestelle“ mit, wo die letzte U-Bahn gerade hinausfuhr.

Nun fanden sich hier die Nachtschwärmer ein, die Heimkehrer und die Ruhelosen, die Einsamen und die, die jetzt noch auf Kundschaft warteten. Diese Spielidee erwies sich als überaus produktiv. Während die Zeit auf der groß eingeblendeten Bahnhofsuhr symbolisch stehenblieb, kreuzten sich irgendwo im Nirgendwo die Geschichten der unterschiedlichsten Charaktere.

Die Prostituierte traf auf eine junge Frau, deren Freund gerade per WhatsApp Schluss gemacht hatte, die transsexuelle Dealerin ließ den Junkie auflaufen, eine Pastorin verteilte Flyer für ihren Jugendclub und hielt die an ihren Schülern verzweifelnde Lehrerin davon ab, auf die Gleise zu springen.

Und dann war da noch Gracia Gala, die vor langer Zeit auf der Erde gestrandete Prinzessin vom Planeten Tallulah, in der ein frustrierter Liebender nach seinem geplatzten Rendezvous seine Internet-Bekanntschaft zu erkennen hoffte.

Trotz der vielen Handlungsstränge dieser Collage war das Bühnengeschehen übersichtlich arrangiert. Die kurzen Episoden korrespondierten unaufdringlich miteinander und ergänzten sich sinnvoll zu einem Gesamtbild: Auf seiner Nachtseite zeigt sich das Großstadtleben in all seiner Widersprüchlichkeit, ist Tragödie und Komödie zugleich.

Den Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse ging es an diesem Abend darum, ihr Publikum gut zu unterhalten und mit Endrits Schlussmonolog gleichwohl nachdenklich zu entlassen. Beides ist ihnen durch die pointierten Dialoge ihres selbstgeschriebenen Stückes und durch die souveräne Rollenbeherrschung auf ganzer Linie gelungen. Ein großes Lob an alle Darsteller, denen man die Spielfreude durchweg anmerkte. Lob und Dank aber auch an die Adresse von Frau Mauch, die erst zum Halbjahreswechsel den Kurs übernommen und das Stück mit viel Ruhe und Geduld erarbeitet hat. Auch die Schülerinnen und Schüler danken ihr ausdrücklich für diese Leistung.

 

 

Nach der Pause nahm sich die 9.Klasse mit ihrem Drama „Gemobbt“ eines brisanten Themas an. Den Ernst der Lage zeigte gleich zu Beginn die Verhörsituation, die am rechten Bühnenrand aufgebaut war.

Ein Kommissar und ein Polizist vernahmen eine Schülerin zu den dramatischen Ereignissen an der Haltestelle Birkenstraße: Ein Mann ist von zwei Jugendlichen brutal überfallen worden. In Rückblenden wird die Geschichte von Andi und Daniel aufgerollt.

Daniel, der Neue, im reichen Elternhaus unter enormen Leistungsdruck gesetzt, freundet sich mit Andi an, dessen Hörgerät ihn schon in der Grundschule zum Mobbingopfer prädestiniert hat. Das Antigewalt-Training, das die Schule dagegen aufbietet, bleibt ein hilfloses Ritual und wird abgebrochen.

Auch Victor, der Emo, gehört zu den Außenseitern, er hat sich vorsorglich mit einem Messer bewaffnet, das ihm Daniel und Andi abnehmen. Weil Daniel als Neuer mit dem teuersten Handy Sozialneid weckt, entschließen sich seine Mitschülerinnen zu einer Attacke. Sie erschaffen auf Instagram eine perfekte Fake-Kathy für Daniel, mit der sich dieser stolz brüstet.

Als der Schwindel auffliegt, ist Daniel tief verletzt. Angetrunken richtet sich seine Wut gegen einen Passanten, dem er die teure Notebook-Tasche abziehen möchte. Als der Mann sich wehrt, prügeln und treten die beiden Jungs auf ihn ein und verletzen ihn schließlich mit Victors Messer schwer.

Am Ende steht Daniel alleine auf der Bühne und beschließt, sich der Polizei zu stellen. Aber dort sitzt schon seine Mitschülerin, die das ganze Geschehen zur Anzeige gebracht hat. Am Ende ist so mit Händen greifbar, wie aus einer „Scheißwut“ Gewalt entsteht und wo diese endet.

Die Schülerinnen und Schüler haben dieses durchaus beunruhigende Thema klar und glaubwürdig auf die Bühne gebracht. Sie zeigten viel Engagement und Spielfreude. Das Stück war trotz des ernsten Hintergrundes kurzweilig, die Dialoge auf dem Punkt.

Die Rahmung durch die immer wieder eingeschalteten Verhörszenen, in denen das Geschehen kommentiert wurde, trug viel zur überzeugenden Gesamtwirkung bei.

So sah es auch das Publikum, das die Vorführung mit viel Applaus bedachte. Auch hier gilt unser Dank Frau Mauch als souveräner Spielleiterin und natürlich dem ganzen Ensemble!

 

Dorothee Welter-Hanau

 

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