Stolpersteine im Grindel-Viertel mit der 10a


Fotos: Dorothee Welter- Hanau

Ist die 10a gestolpert?

 

„Stolpersteine“ heißt ein 1992 begründetes Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Auf den Gehwegen verlegte Gedenktafeln aus Messing  (9,6 x 9,6 cm) sollen an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Nazi-Zeit verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der Opfer niveaugleich in Pflaster oder Belag eingelassen. Privatpersonen, Institutionen, Vereine stiften die Steine. Mittlerweile gibt es über 53.000 Stolpersteine, nicht nur in Deutschland, sondern auch in 18 weiteren europäischen Ländern. Die Stolpersteine sind damit das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Unter folgender Adresse findet man ein beeindruckendes Video der Werbeagentur Jung von Matt zu den Stolpersteinen: siehe unten!

Im Grindel, dem ehemaligen Zentrum des jüdischen Lebens in Hamburg, sind vor vielen Häusern Stolpersteine in den Boden eingelassen. Deshalb war die 10a am Mittwoch, den 9.12.2015, mit Frau Welter-Hanau im Grindel unterwegs. Geführt hat uns die Stolpersteine-App (http://stolpersteine.mobil.de), über die man Biographien, Bilder und Orte recherchieren kann. Ungefähr zwei Stunden waren wir unterwegs. Beteiligt, berührt, betroffen.

Ist dabei jemand aus der 10a gestolpert, lautete die Frage, als wir uns am Platz der 1938 zerstörten Synagoge wieder zusammenfanden. Nein, keiner hat einen Stolperstein mit dem Fuß auch nur berührt. Doch sind die Stolpersteine der Witterung ausgesetzt, Schmutz setzt sich ab. Deshalb gibt es jedes Frühjahr Putzaktionen für die Stolpersteine, zu denen sich Freiwillige melden können. Im nächsten Frühjahr wird die 10a wieder im Grindel unterwegs sein. Einstimmig. Wir berichten. Also doch gestolpert?


Dorothee Welter-Hanau

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