Die Welle (S4)

Die Welle (von Reinhold Tritt)

Fotos: Dorothee Welter-Hanau

Layout: Sebastian Könnicke

Mr. Ross ist ein engagierter Geschichtslehrer. Als seine Schüler nicht glauben wollen, dass die Deutschen die Verbrechen des Nationalsozialismus tatenlos hinnahmen, konzipiert er ein Experiment, das vorführt, wie autoritäre Strukturen entstehen. Er verstrickt die Schüler in eine von ihm angeführte, von Disziplin und Gemeinschaftsgeist geprägte Bewegung namens „Die Welle“.

Zunächst werden Sitzordnung, Körperhaltung und Sprechweise einem fast militärischen Drill unterzogen. In der nächsten Stunde wird die Klasse auf ein unbedingtes Gemeinschaftsgefühl eingeschworen und am dritten Tag schließlich dem Ziel verpflichtet, neue Mitglieder für die Bewegung anzuwerben.

Die Schüler reagieren auf diese autoritären Maßnahmen nicht etwa mit Unverständnis und Protest, sondern geradezu begeistert. In weißen Hemden, der Uniform der Bewegung mit Welle-Symbol am Oberarm, skandieren sie die Parole der Bewegung: „Macht durch Disziplin! Macht durch Gemeinschaft! Macht durch Aktion!“

Das Sozialgefüge der Klasse verändert sich. Robbie, der gemobbte Loser, wird zum glühendsten Anhänger der „Welle“. Laurie dagegen, die kritisch eingestellte Schülerzeitungsredakteurin mit den guten Noten, verliert nicht nur ihr Standing in der Klasse, sondern auch ihren Freund, der vollkommen von der „Welle“ überzeugt ist. Schüler aus anderen Klassen schließen sich der Welle an. Das Experiment verselbstständigt sich und greift auf die ganze Schule über. Zweifler werden denunziert. Am vierten Tag gibt es Prügel für die, die nicht mitmachen.

Nachdem sich Mr. Ross das Scheitern des Experiments und die eigene Anfälligkeit für autoritäre Strukturen eingestehen musste, beendet er am fünften Tag die „Welle“, indem er der versammelten Bewegung ihren eigentlichen „Führer“ präsentiert. Vor einem überdimensionierten Hitlerbild verwehen die Fähnchen und Flugblätter der „Welle“ auf der Bühne symbolisch für deren Auflösung. In den Köpfen dagegen bleiben Zweifel und Beklommenheit angesichts der Verführungskraft dieses auf einer wahren Geschichte beruhenden Sozialexperiments.

„Ist das alles noch ein Spiel? Oder werden hier tiefsitzende Mechanismen von Macht und Gehorsam in Gang gesetzt? Und wie lässt sich etwas so groß Gewordenes überhaupt noch aufhalten?“ Dieser Frage sind die Schülerinnen und Schüler des S4-Kurses mit Frau Kuzmanovska am 26.3.2018 in einer beeindruckenden Inszenierung nachgegangen. Wir danken dem ganzen Ensemble für einen lehrreichen Bühnenabend voller eindrücklicher Bilder und Szenen, insbesondere Hannes (Mr. Ross), Anton (Robbie) und Destina (Laurie), die ihre Rollen mit großer Präsenz verkörperten.

 

Dorothee Welter-Hanau

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