Sünden dieser Welt

Die achten Klassen inszenierten ein anprangerndes Theaterstück

Fotos: Dorothee Welter-Hanau

Layout: Sebastian Könnicke

Das waren starke Bilder: Ein Erdball wurde vorsichtig vom Boden aufgenommen und staunend in der Gruppe weitergereicht, bis Aggression aufkam und der Ball kaputt zu Boden fiel. Migranten bevölkerten das enge Viertel einer Stadt, alle hatten ein zwingendes Motiv, aber der Platz reichte nicht für alle. Da verwandelte sich die Stadt in einen urwüchsigen Regenwald. Doch plötzlich übertönten Motorsägen sein Rauschen. Der Regenwald musste fallen, weil an einem Billiglohn-Standort eine Handyfabrik gebaut werden sollte.

In diese Vorhölle der Ausbeutung und Menschenverachtung führte die nächste Szene. Krank durch unmenschliche Arbeitsbedingungen wurden die Arbeiter von ihren Vorgesetzten immer weiter angetrieben, bis ein Arbeiter vor Schwäche zusammenbrach und starb.

 

Hier schwenkte die Perspektive und nahm die Handykäufer in den Blick. Sie sind jung und sie wollen unbedingt das neueste Produkt. Um tatsächlich die Ersten am Ladentisch zu sein, campierten sie in Gruppen vorm Apple Store.

Doch auch hier kippte die Szenerie. Das Warten wurde zu lang, die Jugendlichen brachen ab und hinterließen ihren Müll vor dem Store. Auf dieses Signal hin begannen die Darsteller große Tüten voller Pfandflaschen auf die Bühne zu leeren, bis ein ganzes Plastikmeer entstanden war. Dass jetzt die Darsteller der Reihe nach ankamen und sich begeistert in die Plastikfluten stürzten, war so grotesk, dass es nur als Zeichen unserer Blindheit gedeutet werden konnte.

 

Verblendung angesichts der weltweiten ökologischen Zerstörung ist das Thema, mit dem sich der Theater-Kurs 8 in seiner Eigenproduktion „Sünden der Welt“ zusammen mit Frau Kuzmanovska auseinandergesetzt hat. Die Schauspieler haben für ihre Kritik starke Bilder gefunden und diese eindrucksvoll auf der Bühne umgesetzt.

Den Schlusspunkt setzte Meriam mit einem flammenden Appell: „Wenn niemand weiß, wie man die Welt repariert, dann lasst uns aufhören, sie kaputt zu machen. Ihr sitzt hier und seid Mütter und Väter, Brüder und Schwestern, Tanten und Onkel und vor allem jemandes Kind. Wir sitzen gemeinsam in diesem Boot, mit den gleichen Zielen, und sind eigentlich eine große Familie, und Regierungen oder Grenzen werden das nie ändern können.“

 

 

 

Dorothee Welter-Hanau

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